21. ERFA – Nachhaltige Veranstaltungen organisieren

Die Gastgebergemeinde Eschen-Nendeln und das Land Liechtenstein haben am Montag, den 3. Juni 2024, zum 21. Erfahrungsaustausch der Energiestädte Liechtensteins (ERFA) ins Begegnungszentrum Clunia, Nendeln, eingeladen. Gemeindevorsteher Tino Quaderer begrüsste die rund 35 Teilnehmer:innen und gab dann an Julia Frommelt von Lenum weiter, die den neuen Energiestadtkatalog vorstellte. Anschliessend präsentierte Daniel Hagmann, Lenum AG, die wichtigsten Aspekte für nachhaltige Veranstaltungen. Toni Gassner von der Gemeinde Triesenberg berichtete aus der Praxis über die Umstellung auf Mehrweggeschirr. Zum Abschluss stellte Fritz Eggenberger das mit dem Label der Stiftung Natur & Wirtschaft ausgezeichnete Areal der Primarschule Nendeln vor.

70 Prozent liegen bei der Mobilität
Was eine Veranstaltung nachhaltig macht und wo man überhaupt ansetzen kann – das zeigte Daniel Hagmann von Lenum in seinem Vortrag auf. Mobilität, Catering, Energie und Lärm sowie Abfall und Littering sind die vier Hauptbereiche. „Der grösste Hebel liegt bei der Mobilität, die durchschnittlich rund 70 Prozent der CO2-Emissionen von Veranstaltungen verursacht – gefolgt von Unterkunft und Catering“, erklärt Hagmann. Durch klar ausgesprochene Empfehlungen, Partnerschaften mit Verkehrsunternehmen und inbegriffene ÖV-Nutzung bei Veranstaltungstickets kann Besucher:innen gezielt die ÖV-Nutzung nahe gebracht werden.

Umweltbelastung durch Produktion von Getränkebechern
Für ein nachhaltiges Catering bieten sich regionale Anbieter mit saisonalen Produkten an, aber auch die Weiterverwendung von überschüssigen Esswaren und Getränken. Einfluss hat ausserdem die Nutzung von Mehrweggeschirr. Gemäss Gemeinderatsbeschluss müssen in den Gemeinden Vaduz, Balzers und Triesenberg Mehrwegbecher bei Veranstaltungen verwendet werden. Der mit Abstand grösste Teil der Umweltbelastung bei Getränkebechern wird durch die Produktion verursacht und kann durch mehrmalige Verwendung deutlich reduziert werden, wie Ursina El Sammra von der Umweltgemeinde Uster in ihren zur Verfügung gestellten Unterlagen notierte. Dass für Mehrwegbecher ein zusätzlicher Aufwand für Transport und Waschen nötig ist, fällt dabei kaum ins Gewicht.

Diskussion zu Mehrweggeschirr in Gemeinden
Aus der Praxis berichtete Toni Gassner, Energiestadtverantwortlicher der Gemeinde Triesenberg:
Dort gilt das Reglement, dass bei öffentlichen Veranstaltungen auf dem Gemeindegebiet nur noch Mehrweggeschirr und -becher verwendet werden dürfen. Es entstand eine angeregte Diskussion der Teilnehmer:innen, wie Vereine eingebunden werden können. Die Erfahrungsberichte zeigten, dass auch auf Vereinsseite nach anfänglichen Bedenken schlussendlich die Zufriedenheit siegt, wenn nach der Veranstaltung wesentlich weniger Zeit fürs Aufräumen und Abfall entsorgen anfällt.

Naturnahe Umgebungsgestaltung der Primarschule Nendeln
Abschliessend stellte Fritz Eggenberger, Energiestadtverantwortlicher der Gemeinde Eschen-Nendeln, die naturnahe Umgebungsgestaltung der Primarschule Nendeln vor, die mit dem Label der Stiftung Natur & Wirtschaft ausgezeichnet wurde. Voraussetzung für das Label ist u.a. eine mindestens 30-prozentige naturnahe Gestaltung der Umgebungsflächen – beim Schulareal Nendeln wurde praktisch die gesamte Umgebungsfläche naturnah gestaltet. Die so entstandenen diversen Lebensräume – von Blumenwiese über Waldflächen bis zur Teichlandschaft – fördern die Artenvielfalt und bieten Schüler:innen einen wunderbaren Lernort.
Nach dem Vortrag bot Eggenberger allen Interessierten einen Rundgang durch das neue Cluniagebäude an. Mit einem Apéro voller anregender Gespräche klang der Abend aus.

Zum Erfahrungsaustausch der Energiestädte
Seit 2012 haben alle Gemeinden Liechtensteins das Label Energiestadt. Um einen gegenseitigen Austausch zu fördern, gibt es dazu zweimal jährlich ein Treffen von Expert:innen aus den Bereichen Energie und Umwelt – den Erfahrungsaustausch der Energiestädte Liechtensteins (ERFA). Auch ein Vertreter einer Südostschweizer Gemeinde hat beim letzten ERFA in Eschen-Nendeln teilgenommen.